Das Pratermuseum im Wiener Prater

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Wien ist anders – das wurde mir wieder mal so richtig bewusst, als ich letztens  einen Besuch im Pratermuseum im Wiener Wurstelprater machte.

pratermuseum-13Denn das Pratermuseum im Wiener Wurstelprater und der Friedhof St.Marx haben etwas gemeinsam – beide Einrichtungen gäbe es heute nicht ohne Hans Pemmer, einem Wiener Lehrer und Heimatforscher, der sich sowohl für die Erhaltung des Sankt Marxer Friedhofs einsetzte und auch das Pratermuseum gründete.

1933 gründete Hans Pemmer in seiner Wohnung das „Pratermuseum“, das einen Einblick in die Geschichte des größten Vergnügungsparks Wiens, des Wurstelpraters, geben sollte. Er schenkte die Sammlung 1964 der Stadt Wien, die das Pratermuseum gemeinsam mit dem neuen Wiener Planetarium in einem 1964 eröffneten Neubau neben dem Riesenrad an der Hauptallee des Praters unterbrachte.

Das kleine Pratermuseum besteht eigentlich nur aus einem Raum, aber der ist voll mit Kuriositäten aus einer Zeit als Wäschermädeln, Bierkutscher und Pferdedroschken noch das Wiener Stadtbild prägten.

pratermuseum-5Man taucht ein in die schaurig-schöne Geschichte der  Wiener Unterhaltungskultur. Zu sehen gibt es zum Beispiel den Wahrsageautomat  „Internationales Heiraths Vermittlungs Bureau“ mit dessen Hilfe der ideale Parter ganz sicher gefunden wird, oder der Lindwurm  aus einer längst abgerissenen Grottenbahn.

Natürlich sind auch Wiens legendäre „starke Männer“ vertreten. Früher ging man auch in den Prater, um Menschen zu begaffen. Der „Riesen-Anzug“ und die „Dame ohne Unterleib“ sind Relikte dieser befremdlichen Unterhaltung im 19. Jahrhundert.

Das Originalmodell der Wiener Weltausstellung von 1873 erinnert an den Wunsch, sich international zu präsentierten. Doch das Publikum blieb aus, Schuld daran hatten ein Börsencrash und die Cholera.

Ab 1895 stand mit „Venedig in Wien“ einer der ersten Themenparks im Prater: Auf 50.000 Quadratmetern konnte man Palazzi-Nachbauten begehen oder in Gondeln durch künstliche Kanäle schaukeln. Auch den ersten Watschenmann und allerlei ausgestopftes Getier kann man bestaunen. Viele historische Fotos und Ansichtskarten geben einen schönen Einblick in den Prater von „früher“.
Wer eintauchen will in die Geschichte des Praters, fernab vom lauten modernen Vergnügungspark, der findet hier einen Einblick in die Wiener Seele des alten Wurstelpraters.

1020 Wien, Oswald-Thomas-Platz 1
(Planetarium, beim Riesenrad)
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Über den Autor

Grüß Euch, ich habe Vienna Inside ins Leben gerufen um euch die vielen Facetten der Wiener Stadt zu zeigen. Wien ist cool und gleichzeitig wunderschön. Die Stadt hat tolle Einwohner, die wunderbare Events machen, tolles Essen zaubern und auch so richtig zu feiern wissen. Ich stecke mit meiner Kamera mitten drin und bringe euch meine Eindrücke in Fotostorys mit. Ich schaue hinter die Kulissen, in die Kochtöpfe oder auch in die verborgenen Ecken dieser Stadt. Ursprünglich komme ich aus dem Design-Bereich, aber mittlerweile sind die Fotografie und das Visual Storytelling meine Profession und Leidenschaft geworden. Ach, und über Feedback freue ich mich immer sehr, also kommentiert ruhig ;-)

3 Kommentare

  1. Pingback: In den Prater! Wiener Vergnügungen seit 1766 - ViennaInside.at

    • Christine Khom am

      Hallo Christine,
      ja das gute liegt oft so nah 😉
      Das Museum ist wirklich sehenswert.
      Liebe Grüße Christine

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