Alleine in den Prunkräumen der Albertina #EmptyMuseum

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Heute entführe ich euch in die habsburgischen Prunkräume der Albertina.

Albertina PrunkräumeEs gab wieder einen Instawalk mit den Instagramers Austria und dieses Mal besichtigten wir exklusiv die herrlichen Prunkräume der Albertina.

Errichtet wurde das Palais 1744 von Kaiserin Maria Theresia für ihren Berater und Hofbaumeister Don Emanuel Teles da Silva Conde Tarouca. 1794 stellte Kaiser Franz II. das Palais auf der Augustinerbastei – die heutige Albertina dem Herzog von Teschen Albert Kasimir von Sachsen-Teschen zur Verfügung, nachdem dieser mit seiner Frau Marie Christine– einer Tochter Maria Theresias, aufgrund von Krieg und Revolution aus Schloss Laeken in den Österreichischen Niederlanden, wo sie als Statthalter fungierten, flüchten mussten.

Albertina Prunkräume

Die Prunkräume liegen in der oberen Etage des Museums. Unser Rundgang beginnt in der ovalen Minervahalle in der eine überlebensgroßen Statue der römischen Göttin der Künste und Wissenschaften von Joseph Klieber (1823) steht.

Albertina Prunkräume

Durch einen Säulengang gelangt man zum Stiegenhaus. Vor den großen Spiegeln an beiden Seiten standen früher große Kerzenleuchter um den dunklen Gang zu erhellen.

Albertina Prunkräume

Über die Sphinxstiege gelangt man zu den Prunkräumen. Der lange Weg vom Erdgeschoß zum herrschaftlichen ersten Stock hatte zeremonielle Gründe, denn er symbolisierte den hohen Rang und die besondere Stellung der Bewohner.

Albertina Prunkräume

Die schlichte Prunktreppe mit ihren punktuell gesetzten Vergoldungen, dem farbig akzentuierten Geländer und dem Schmuck aus Prunkvasen und Löwenköpfen strahlt Würde und Eleganz aus.

Albertina Prunkräume

Über das erste Vestibül (Vor- oder Wartezimmer) gelangt man in die einzelnen Prunkräume.

Albertina Prunkräume

Der klassizistische 9 mal 19 Meter große Musensaal diente nicht nur als Speisesaal, sondern wurde auch für glanzvolle Bälle und Feste genutzt. Erleuchtet wurde der Raum durch fünf prächtige Kristallluster, und zusätzlich tauchten ihn 258 in dem umlaufenden Rosettenfries verankerte Kerzen in ein Lichtermeer. Die kostbaren Stuckmarmorverkleidungen der Wandfelder und Pilaster sowie die vergoldeten Türen und Dekorationen unterstreichen das prachtvolle Erscheinungsbild. Der Name des Saals leitet sich vom Figurenzyklus „Apollon und die neun Musen“ von Joseph Klieber ab.

Albertina Prunkräume

Das Rokokozimmer ist das einzige Prunkgemach im Stil des sogenannten „Zweiten Rokoko“. Erzherzog Albrecht, der auf dem großen Gemälde bei seinem letzten Manöver dargestellt ist, ließ das Zimmer 1875 neu gestalten. Das ehemalige Arbeitszimmer von Prinzessin Henriette von Nassau-Weilburg hatte für die sechs Kinder nach ihrem Tod (1829) als Unterrichtsraum gedient.

Albertina Prunkräume

Das Goldkabinett ließ Herzog Albert 1804 zum Andenken an seine 1798 verstorbene Gemahlin Erzherzogin Marie Christine errichten. Dieses Boudoir bezeugt die hohe Qualität und den außerordentlichen Reichtum der Ausstattung unter Herzog Albert. Die spezielle Legierung der Paneele besteht aus 23 Karat Gold, einem halben Karat Kupfer und einem halben Karat Silber, ist französischen Ursprungs und trägt bis heute den registrierten Markennamen „Albertina- Gold“.

Albertina Prunkräume

Im Schreibzimmer steht ein kostbares Porzellantischchen dass Marie Antoinette ihrer Schwester Marie Christine bei ihrem Paris Aufenthalt 1786 schenkte. Dieser Sèvres-Guéridon von der Porzellanmanufaktur Sèvres wurde erst 1995 von der Albertina wieder zurückgekauft.

Albertina Prunkräume

Das Audienzzimmer war ein Repräsentationszimmer und vermitteln ein authentisches Bild des österreichischen Empire-Stils, da sich ihr Erscheinungsbild seit dem Jahr 1823 nahezu unverändert erhalten hat. Dazu gibt es auch noch eine nette Geschichte, denn von hier aus startete der Weihnachtsbaum seinen Siegeszug durch Österreich und das kam so: Erzherzogin Henriette von Weilburg-Nassau, die Gattin Erzherzog Carls, plante das erste Weihnachtsfest im Audienzsaal. Sie beschloss ihren sechs Kindern zuliebe den in Hessen praktizierten protestantischen Brauch des „Grassbaums“ auch in Wien fortzuführen. Zusammen mit Erzherzog Johann versammelte sich die erzherzogliche Familie am Weihnachtsabend zum gemeinsamen Gebet und zum Singen traditioneller Lieder vor dem prächtig geschmückten Weihnachtsbaum. Als Johann, der Bruder Erzherzog Carls, am Weihnachtsabend anstelle der katholischen Krippe einen strahlenden „Grassbaum“, üppig geschmückt mit Zuckerwerk, Äpfeln und Kerzen, vorfand, beklagte der als wohltätig und sparsam bekannte Habsburger den Prunk und den Überfluss an kostbaren Wachskerzen und Leckereien sowie den Verlust der katholischen Tradition. Kaiser Franz I. fand jedoch Gefallen an dem „Grassbaum“ und ließ bereits 1824 auch in der Hofburg eine festlich geschmückte Tanne aufstellen. Somit war der Christbaum hoffähig geworden und sein Siegeszug durch die österreichische Weihnachtstradition konnte beginnen. Übrigens der 1. Weihnachtsbaum Österreichs wurde bereits 1814 im Wiener Salon der Fanny von Arnstein aufgestellt – aber bekannt wurde erst der Baum aus der Albertina.

Albertina Prunkräume

Das Billardzimmer diente den Abendvergnügungen der Adeligen, wobei speziell Herzog Albert und Erzherzog Carl das Billardspiel den hasardeurhaften Kartenspielen vorzogen.

Albertina Prunkräume

Der Empfangssaloon

Albertina Prunkräume

Die Albertina verwahrt eine der bedeutendsten und umfangreichsten Grafiksammlungen der Welt. Sie umfasst rund 50.000 Zeichnungen und Aquarelle sowie etwa 900.000 druckgrafische Arbeiten von der Spätgotik bis zur Gegenwart. Hier gibt es einen kleinen Einblick.

Albertina Prunkräume

In diesem Zimmer hängt (rechts das 1. Bild) der wohl berühmteste Feldhase der Welt, es ist das Aquarell von Albrecht Dürer. Leider ist das Original sehr heikel und daher müssen wir mit einer Replik vorlieb nehmen.

Albertina Prunkräume

Im Sterbezimmer Erzherzog Carls stehen drei zur originalen Ausstattung von 1823 gehörende Möbelpaare von Joseph Danhauser. Sie bezeugen die hohe Handwerkskunst der Wiener Manufaktur, die für ihr gediegenes Design weltberühmt wurde.

Albertina Prunkräume

Als krönenden Abschluss dieses Abends genossen wir noch einen traumhaften Sonnenuntergang auf der Terrasse der Albertina.

Es war eine sehr beeindruckende Führung durch das prachtvolle Reich des Klassizismus. Ich danke der Albertina für diesen schönen Abend und kann einen Besuch dieser Prunkräume nur jedem empfehlen.

Albertina

Albertinaplatz 1
A-1010 Wien
Web | Facebook

ÖFFNUNGSZEITEN
Täglich 10 bis 18 Uhr
Mittwoch 10 bis 21 Uhr*

 

 

Über den Autor

Grüß Euch, ich habe Vienna Inside ins Leben gerufen um euch die vielen Facetten der Wiener Stadt zu zeigen. Wien ist cool und gleichzeitig wunderschön. Die Stadt hat tolle Einwohner, die wunderbare Events machen, tolles Essen zaubern und auch so richtig zu feiern wissen. Ich stecke mit meiner Kamera mitten drin und bringe euch meine Eindrücke in Fotostorys mit. Ich schaue hinter die Kulissen, in die Kochtöpfe oder auch in die verborgenen Ecken dieser Stadt. Ursprünglich komme ich aus dem Design-Bereich, aber mittlerweile sind die Fotografie und das Visual Storytelling meine Profession und Leidenschaft geworden. Ach, und über Feedback freue ich mich immer sehr, also kommentiert ruhig ;-)

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