Tafelkulturistin“ Annette Ahrens (links) mit General Manager Petra Schönhart (rechts)

Wir waren zu Besuch in der Wunderkammer im Renaissance® Wien Hotel um uns auf eine kulinarische Reise von Paris via Wien nach Konstantinopel zu begeben.
Unsere Reiseführerin war „Tafelkulturistin“ Annette Ahrens. Annette beschreibt sich selbst als „Tafelkulturistin“ und hat eine große Leidenschaft für die Tafelkultur aus drei Jahrhunderten. Als Kunsthistorikerin hat Annette Ahrens nicht nur ein umfangreiches Wissen rund um die Geschichte historischer Tafelkultur, sondern sie kennt auch unzählige Geschichten und Anekdoten rund um die Tischkultur von gestern und heute. Wusstet ihr beispielsweise, dass die englische Königin mit ihrem Personal bei offiziellen Banketten nicht nur über ihre berühmte Handtasche sondern auch über die Positionierung ihres Bestecks kommuniziert.  

Die Wunderkammer ist ein Bistrokonzept, bestehend aus Restaurant, Bar & Lounge, und wurde inspiriert von der ersten Reise des legendären Orient Express im 19. Jahrhundert: von Paris via Wien nach Konstantinopel. Und der Name Wunderkammer ist durchaus Programm, denn in Wunderkammern wurden Sammlungen aufbewahrt und auch in der Wunderkammer im Renaissance® Wien Hotel finden wir nicht nur die passenden Speisen aus Frankreich, Österreich und der Türkei sondern auch Erinnerungsstücke in Form von Tassen, Kannen und anderem Edelhausrat, der die Tischkultur dieser Länder widerspiegelt.

Tafelkultur mit Annette Ahrens

An diesem Abend ging es bei der Tafelkultur ums Besteck. Das Wort kommt vom Beisteck, denn bis zur Mitte des 18. Jhd. trug man sein persönliches Besteck bei sich.

Die Gäste haben ihr Besteck in einem Köcher mitgenommen, es an der Serviette abgewischt (seinen Mund hat man damals in das Tischtuch gewischt) und wieder mitgenommen.

Messer, Gabel, Löffel das fällt uns ein, wenn wir an Besteck denken aber da gibt es noch eine Vielzahl an, teilweise sehr skurril anmutenden Gerätschaften, die im laufe der Zeit entwickelt wurden. Nachfolgend zeige ich euch einen kleinen Auszug der Dinge, die uns Frau Annette Ahrens mitgebracht hat.

Wir danken Frau Annette Ahrens ↗ für die sehr interessanten Einblicke in die Besteckwelt der letzten Jahrhunderte und die lustigen Anekdoten.

Der Altwiener Apfelstrudel von der Wunderkammer

Der zweite Teil des Abends war einer typisch österreichischen Mehlspeise gewidmet, dem Apfelstrudel. Unter der fachkundigen Anleitung von Küchenchef Mario Kolda legten wir gleich selbst Hand an und ich muss sagen, unsere Apfelstrudel waren gar nicht schlecht. Besonders für den Tipp einen Tupf Sauerrahm in den Strudel zu geben, bin ich sehr dankbar. Es hat mir super geschmeckt und ab sofort gibt es auch bei mir nur mehr Apfelstrudel mit Sauerrahm.

Wenn ihr den Apfelstrudel nachmachen wollt, dann habe ich hier das Originalrezept von der Wunderkammer im Renaissance® Wien Hotel für euch. Wenn ihr sehen wollt wie lustig unsere Apfelstrudelsession war, dann schaut einfach unser Video.

Rezept – Alt Wiener Apfelstrudel

Strudelteig für ca. 10 Portionen:
200g glattes Mehl
1 Ei
Prise Salz
62,5ml lauwarmes Wasser
20g Öl (Rapsöl oder Sonnenblumenöl)
Anleitung: Aus allen Zutaten auf einem unbemehltem Brett einen halbweichen Teig machen. Wenn sich der Teig von Händen und Brett löst und glatt geworden ist, auf ein bemehltes Brett geben, die Oberfläche mit Öl bestreichen. Etwa 30 Minuten rasten lassen. Dann den Teig auf bemehltem Strudeltuch zu einem rechteckigen Fleck ausrollen und nach allen Seiten mit der Hand so dünn wie möglich ausziehen. Man greift dazu mit dem bemehlten Rücken der einen Hand immer von der Teigmitte aus in Richtung Tischkante. Der Teig muss papierdünn werden und über die Kante des Tisches gespannt sein.

Fülle für ca. 10 Portionen
1500g Äpfel
40g Butter
80g Semmelbrösel
100g Zucker
20g Zimt (gemahlen)
60g Rosinen (in Rum eingelegt)
100g Sauerrahm
Anleitung: Apfelsorte Falchs Gulderling aus Tirol . Man bestreut zwei Drittel des ganz dünn ausgezogenen Strudelteiges mit den in Butter hellbraun gerösteten Semmelbröseln, dann mit den geschälten, blättrig geschnittenen Äpfeln, würzt mit Zucker, Zimt, Rosinen und gibt den geschlagenen Sauerrahm oben drauf, beträufelt das freigelassene Teig drittel mit zerlassener Butter und schneidet den dickeren Teigrand weg. Dann hebt man das Tischtuch hoch, rollt den Strudel mit der Teignaht nach unten auf das schwach gefettete Backblech, wobei man den Strudel entweder in entsprechend lange Stücke schneidet oder hufeisenförmig auflegt. Jetzt betreicht man ihn mit zerlassener Butter. Während der ersten Backzeithälfte wird der Strudel dreimal mit zerlassener Butter bepinselt. 
Backdauer: 30 Minunten bei 160°C

Wir bedanken uns beim Renaissance® Wien Hotel für diesen unterhaltsamen und köstlichen Abend und wenn ihr auch mal eine kulinarische Reise auf den Spuren des Orient-Express unternehmen wollt, dann empfehle ich euch den monatlichen Wunderbrunch.

Einen Wunderbrunch gibt es noch 2018 und zwar den „Rocking Christmas Brunch“ am 16.12. Klassische Weihnachtsgerichte und süße Weihnachtsbäckereien werden in der Wunderkammer nach traditionellen Rezepten zubereitet oder modern interpretiert. Dabei sind konfierte Entenkeule und gebackener Karpfen genauso am Buffet zu finden wie Hirschgulasch verfeinert mit Valrhona Schokolade undServiettenknödel mit Maroni. An der Live-Cooking-Station schneidet das Wunderkammer-Team währenddessen das im Ganzen gebratene Prime Rib. Für die süße Versuchung sorgen Christstollen, Lebkuchen Crème brûlée, mit Marzipan und Nüssen gefüllte Bratäpfel sowie hausgemachte Weihnachtskekse. 
Wann:16. Dezember 2018 von 12-15 Uhr Kosten: 39,50€ p.P. inkl. Welcome Drink, Tee und Kaffee

 Wunderkammer Drinking & Dining im Renaissance Wien Hotel
Linke Wienzeile / Ullmannstrasse 71, 1150 Wien
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Foto und Videocredits: ©ViennaInside – Thomas Khom
Transparenz: Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Einladung vom Restaurant Wunderkammer im Renaissance Wien Hotel. Der Inhalt dieses Beitrags spiegelt unsere persönliche Meinung wieder.

Über den Autor

Grüß Euch, ich habe Vienna Inside ins Leben gerufen um euch die vielen Facetten der Wiener Stadt zu zeigen. Wien ist cool und gleichzeitig wunderschön. Die Stadt hat tolle Einwohner, die wunderbare Events machen, tolles Essen zaubern und auch so richtig zu feiern wissen. Ich stecke mit meiner Kamera mitten drin und bringe euch meine Eindrücke in Fotostorys mit. Ich schaue hinter die Kulissen, in die Kochtöpfe oder auch in die verborgenen Ecken dieser Stadt. Ursprünglich komme ich aus dem Design-Bereich, aber mittlerweile sind die Fotografie und das Visual Storytelling meine Profession und Leidenschaft geworden. Ach, und über Feedback freue ich mich immer sehr, also kommentiert ruhig ;-)

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