In der Nacht vom 12. auf den 13. August 2026 lohnt sich der Blick in den Himmel ganz besonders: Die Perseiden erreichen ihren Höhepunkt – und diesmal sind die Voraussetzungen außergewöhnlich gut. Da am 12. August Neumond ist, stört kein helles Mondlicht die Beobachtung. Bei klarem Himmel könnten deshalb auch über Wien zahlreiche Sternschnuppen zu sehen sein.
Was sind die Perseiden?
Die Perseiden gehören zu den bekanntesten und zuverlässigsten Sternschnuppenströmen des Jahres. Sie erscheinen jedes Jahr, wenn die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne eine Staubspur des Kometen 109P/Swift-Tuttle durchquert. Treffen diese winzigen Teilchen mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre, verglühen sie und hinterlassen helle Lichtspuren.
Die Meteore scheinen aus der Richtung des Sternbildes Perseus zu kommen – daher stammt auch der Name Perseiden. Tatsächlich können die Sternschnuppen jedoch am gesamten Himmel auftauchen. Viele Perseiden sind besonders hell und ziehen eine länger sichtbare Leuchtspur hinter sich her. Unter optimalen Bedingungen sind theoretisch bis zu 100 Meteore pro Stunde möglich. In Wien fällt die tatsächliche Zahl wegen der starken Lichtverschmutzung allerdings deutlich geringer aus. NASA
Wann erreichen die Perseiden 2026 ihr Maximum?
Der Sternschnuppenstrom ist bereits seit Mitte Juli aktiv und kann ungefähr bis zum 24. August beobachtet werden. Die höchste Aktivität wird 2026 in der Nacht von Mittwoch, 12. August, auf Donnerstag, 13. August, erwartet.
Für Wien beginnt die beste Beobachtungszeit gegen Mitternacht. Danach steigt der sogenannte Radiant im Sternbild Perseus immer höher über den Horizont. Die größten Chancen auf zahlreiche Sternschnuppen bestehen daher in den frühen Morgenstunden des 13. August – bis zum Beginn der Morgendämmerung.
Wer nicht die ganze Nacht wach bleiben möchte, kann bereits ab etwa 22 Uhr Ausschau halten. Zu dieser Zeit sind vermutlich weniger Meteore zu sehen, dafür können einzelne besonders lange Sternschnuppen knapp über den Himmel ziehen.
Neumond sorgt für einen besonders dunklen Himmel
2026 fallen das Perseidenmaximum und der Neumond nahezu genau zusammen. Der Neumond tritt am 12. August gegen 19.36 Uhr ein. In der darauffolgenden Nacht bleibt der Himmel daher ohne störendes Mondlicht – wesentlich bessere Voraussetzungen sind bei einem Sternschnuppenmaximum kaum möglich. Time and Date
Ob die Perseiden über Wien tatsächlich gut sichtbar sein werden, hängt dennoch von der Bewölkung und vom gewählten Beobachtungsplatz ab. Die derzeitige Prognose von GeoSphere Austria sieht für Mittwoch, 12. August, anhaltenden Hochdruckeinfluss und überwiegend sonniges Wetter vor. Damit stehen die Chancen auf einen klaren Abend- und Nachthimmel momentan gut. Kurzfristige Änderungen sind bei einer astronomischen Beobachtung jedoch immer möglich. GeoSphere Austria
Sonnenfinsternis vor der Sternschnuppennacht
Der Neumond bringt am 12. August noch ein zweites außergewöhnliches Himmelsereignis mit sich: eine totale Sonnenfinsternis. Die Zone der Totalität verläuft unter anderem über Grönland, Island und Spanien. In Österreich ist die Finsternis nicht total, aber hochgradig partiell ca. 90 % zu sehen.
In Wien beginnt die Sonnenfinsternis gegen 19.22 Uhr. Beim Sonnenuntergang um etwa 20.14 Uhr wären rund 89 Prozent der Sonnenscheibe bedeckt. Da die Sonne zu diesem Zeitpunkt bereits sehr tief steht, ist für die Beobachtung ein Platz mit vollkommen freier Sicht nach Westen beziehungsweise Nordwesten notwendig.
Damit folgen zwei Himmelsereignisse unmittelbar aufeinander: zunächst die partielle Sonnenfinsternis am Abend und wenige Stunden später die besonders dunkle Perseidennacht.
Wichtig: Blickt niemals ohne eine geprüfte Sonnenfinsternisbrille direkt in die Sonne. Normale Sonnenbrillen, CDs, Rettungsdecken oder selbst gebastelte Filter bieten keinen ausreichenden Schutz.
Wo könnt ihr die Sternschnuppen am besten in Wien beobachten?
Für die Perseiden benötigt ihr weder ein Teleskop noch ein Fernglas. Im Gegenteil: Da die Meteore überall am Himmel erscheinen können, ist das freie Auge das beste Beobachtungsinstrument.
Sucht euch einen möglichst dunklen Platz mit freier Sicht auf einen großen Teil des Himmels. Innerhalb Wiens bieten sich höher gelegene und weniger stark beleuchtete Gebiete am Stadtrand an, beispielsweise:
- Sophienalpe
- Am Himmel und Cobenzl
- Kahlenberg und Leopoldsberg
- Steinhofgründe
- Laaer Berg
- Donauinsel und Neue Donau – möglichst weit entfernt von Lokalen und beleuchteten Wegen
- Randbereiche der Lobau, sofern dort die geltenden Schutzbestimmungen eingehalten werden
Deutlich bessere Bedingungen findet ihr außerhalb der Stadt, etwa im Wienerwald, im Marchfeld oder in wenig beleuchteten Gebieten des Weinviertels. Achtet bei der Wahl des Platzes auf Betretungsverbote und Naturschutzbestimmungen.
Nehmt eine Decke oder Liege mit und gebt euren Augen mindestens 20 bis 30 Minuten Zeit, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Helle Handybildschirme solltet ihr vermeiden. Warme Kleidung ist ebenfalls sinnvoll, denn auch nach einem heißen Sommertag kann es in den frühen Morgenstunden überraschend kühl werden.
Veranstaltungen zu den Perseiden 2026
Perseiden-Special im Planetarium Wien
Das Planetarium Wien widmet den Perseiden eine live moderierte Sondershow. In der Kuppel wird der Sternschnuppenregen simuliert, dazu gibt es Erklärungen über die Entstehung der Meteore und Tipps für die eigene Beobachtung.
Termine:
- Dienstag, 11. August 2026, 19 und 21 Uhr
- Mittwoch, 12. August 2026, 21 Uhr
- Donnerstag, 13. August 2026, 19 Uhr
Die Vorstellung dauert 90 Minuten und ist für Besucher ab zehn Jahren geeignet. Der Eintritt kostet 28 Euro. Im Preis ist laut Planetarium eine echte Sternschnuppe – also ein kleines Meteoritenstück – als Andenken enthalten. Für einzelne Vorstellungen sind nur noch Restplätze verfügbar. Planetarium Wien
Kuffner Sternwarte
Die Kuffner Sternwarte bietet rund um das Perseidenmaximum Führungen unter dem Titel „Der Sternschnuppenstrom der Perseiden“ an. Die Termine am 11., 14. und 15. August 2026 sind nach aktuellem Stand bereits ausgebucht.
Eine öffentliche Beobachtungsveranstaltung unter freiem Himmel findet in Wien nicht statt. Die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie weist ausdrücklich darauf hin, dass sie aus Sicherheitsgründen kein Public Viewing zu den Perseiden anbietet.
Sonnenfinsternis an der Neuen Donau
Am 12. August laden die Wiener Volkshochschulen vor Beginn der Perseidennacht zur kostenlosen Beobachtung der partiellen Sonnenfinsternis ein.
Termin: Mittwoch, 12. August 2026, 19.20 bis 20 Uhr
Ort: Linkes Ufer der Neuen Donau, Höhe Reichsbrücke/Copa Beach
Eintritt: frei
Vor Ort werden kostenlose Solar Viewer ausgegeben. Wegen der Wienerwaldhügel ist die Sonne von diesem Standort voraussichtlich nur bis etwa 19.50 Uhr sichtbar. Stadt Wien
Sonnenfinsternis und Perseiden in Michelbach
Die Niederösterreichische Volkssternwarte in Michelbach verbindet beide Ereignisse zu einem langen Beobachtungsabend. Nach der partiellen Sonnenfinsternis stehen ein Astronomievortrag und die Perseiden auf dem Programm. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Termin: Mittwoch, 12. August 2026, ab 18.30 Uhr; Veranstaltungsende am 13. August gegen 1 Uhr
Ort: NÖ Volkssternwarte, Michelbach
Eintritt: Erwachsene 12 Euro, Besucher von 18 bis 25 Jahren 9 Euro, Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren 7 Euro, Kinder unter sechs Jahren frei, Familienkarte 30 Euro
Wegen einer Sperre der L 132 ist bei der Anreise eine Umleitung zu beachten. Die aktuelle Route findet ihr auf der Veranstaltungsseite der NÖ Volkssternwarte.
Details Perseiden-Sternschnuppenstrom 2026
Ereignis: Perseiden-Sternschnuppenstrom 2026
Aktiver Zeitraum: etwa Mitte Juli bis 24. August 2026
Beste Beobachtungsnacht: 12. auf 13. August 2026
Beste Beobachtungszeit: nach Mitternacht bis zum Beginn der Morgendämmerung
Beobachtungsort: möglichst dunkler Platz mit freier Sicht auf den Himmel
Ausrüstung: keine erforderlich; Decke oder Liege empfohlen
Eintritt: Beobachtung unter freiem Himmel kostenlos
Weitere Perseiden Informationen findet ihr
Planetarium Wien: Perseiden-Special und Termine
NÖ Volkssternwarte: Sonnenfinsternis und Perseiden
Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie: Aktuelle Termine
Tipps für schöne Sternschnuppenfotografien:
Da man nicht weiß, wo die nächste Sternschnuppe auftauchen wird kann man die Kamera auf einem Stativ so ausrichten, dass sie einen möglichst großen Bereich am Himmel erfasst. Wenn man dann alle paar Sekunden ein Foto macht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man eine Sternschnuppe „erwischt“ und so gehts:
Es gibt mehrere Möglichkeiten der Sternschnuppenfotografie, ich habe euch einen einfachen Weg herausgesucht.
1. Je weniger Restlicht den Nachthimmel verschmutzt, desto besser für’s Sterne beobachten. Eine gute Hilfe dafür ist eine sogenannte Lichtverschmutzungs-Karte →
2. Ihr braucht :
- Eine Kamera bei der man Blende, Belichtungszeit und Fokus manuell einstellen kann.
- Ein Objektiv mit kurzer Brennweite – also ein Weitwinkel-Objektiv oder gar ein Fisheye – ihr müsst versuchen so viel Himmel – wie möglich einzufangen.
- Ein Stativ
- Ein Fernauslöser garantiert verwacklungsfreie Bilder – es geht allerdings auch mit dem Selbstauslöser.
- eine Taschenlampe ist immer eine gute Hilfe.
3. Kamera-Einstellungen:
- Modus „manuell“
- Der Fokus sollte auf unendlich eingestellt werden. Fokussiert zunächst auf ein weit entferntes Gebäude oder Baum ect. dann schaltet den Autofokus ab und richtet die Kamera auf den Himmel aus.
- Die Belichtungszeit ermittelt ihr ganz einfach mit der 500er-Regel. Einfach 500 / die Brennweite, das Ergebnis ist eure Belichtungszeit. Praxisbeispiel: Ihr habt ein 28mm Objektiv dann lautet die Rechnung 500÷28=17,8. Ihr stellt also einen Wert 17 Sek. – 18 Sek. ein, dann sollte euer Sternschnuppenbild perfekt werden. Achtung bei Kameras mit APS-C Sensor, da müsst ihr den Cropfaktor beachten. Also zuerst die Brennweite des Objektivs mit dem Cropfaktor multiplizieren (bei Canon ist das z.B. 1,6, bei Nikon 1,5).
- Bei Spiegelreflexkameras sollte bei langen Belichtungszeiten die Spiegelvorauslösung deaktiviert werden um Erschütterungen des Spiegels zu vermeiden.
- Die Blende wird so groß wie möglich gewählt (also kleine Blendenzahl z.B. f/2,8).
- Wenn Ihr nun mit diesen Parametern belichtet, werdet ihr allerdings nicht so viele Sterne auf dem Einzelbild sehen, wie ihr mit dem Auge tatsächlich wahrgenommen habt, da viele Sterne als graue Punkte untergehen. Aber Sternschnuppen sind wesentlich heller als Sterne, daher funktionieren diese Einstellungen recht gut.
4. Die Kamera nach Nordosten ausrichten, dort kommen die meisten Sternschnuppen herunter.
Wir wünschen euch viel Erfolg beim Perseiden beobachten.
Letzte Aktualisierung des Artikel am: 10.08.2026

2 Kommentare
Jedes Jahr im August, mit planetarischer Präzision, fallen die bekannten Tränen des St. Lawrence. Ein spektakulärer Meteoritenschauer, der in diesem Jahr dank des Neumondes gut zu sehen ist. Mal sehen, wie wir die Perseiden, eines der beeindruckendsten Spektakel der Sommernächte, fotografieren können.
Die Tränen von St. Lawrence, für den religiösen Feiertag, oder die Perseiden, weil das Phänomen im Bereich des Sternbildes von Perseus auftritt, dem mythologischen Helden, der Medusa besiegte, ist allgemein bekannt als ein Meteoritenschauer, der in den Monaten Juli und August auftritt, aber seinen Höhepunkt in den Nächten des 11. und 12. August hat.
Ich sehe die Sterne jedes Jahr in Wien.
Sehr hilfreiche Infos. Danke!