Elektrischer Strom gehört längst zu unserem Alltag – und genau deshalb werden seine Gefahren häufig unterschätzt. Mit der neuen Sonderausstellung „Vorsicht Hochspannung. Der elektrische Unfall – eine Klasse für sich“ widmet sich der Narrenturm des Naturhistorischen Museums Wien einem Thema, das aktueller kaum sein könnte. Die Ausstellung ist seit 24. Juni 2026 zu sehen und läuft bis 24. April 2027.
Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen von Strom auf den menschlichen Körper, die Geschichte der Elektropathologie sowie die Entwicklung moderner Sicherheitsmaßnahmen. Besucher erwartet eine ungewöhnliche Mischung aus Medizingeschichte, Technik und Prävention – mit historischen Präparaten, Originalobjekten, interaktiven Stationen und spannenden Fallgeschichten.
Eine Reise durch die Geschichte der Elektropathologie

Vorsicht Hochspannung
Bereits 1906 präsentierte der Wiener Arzt Stefan Jellinek erstmals eine Sammlung zu Stromverletzungen. Daraus entstand später das berühmte Elektropathologische Museum, das im Volksmund auch als „Stromtotenmuseum“ bekannt war. Nach dessen Schließung im Jahr 2002 gelangte ein großer Teil der Sammlung in den Narrenturm und wird nun erstmals wieder umfassend der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie sich das Wissen über Stromunfälle im Laufe von mehr als 100 Jahren entwickelt hat. Gleichzeitig wird deutlich, welchen Beitrag österreichische Forscher zur Sicherheit im Umgang mit Elektrizität geleistet haben – etwa Gottfried Biegelmeier, dessen Forschungen maßgeblich zur Entwicklung des FI-Schutzschalters beitrugen.
Historische Präparate und moderne Gefahren

Es werden Ausstellungsstücke des früheren Elektropathologischen Museums gezeigt
Neben historischen Exponaten widmet sich die Ausstellung auch aktuellen Risiken. Themen wie brennende Lithium-Ionen-Akkus, Photovoltaikanlagen, Windkraft, Bahnstromanlagen oder gefährliche Mutproben auf Eisenbahnwaggons zeigen, dass Stromunfälle auch heute keineswegs der Vergangenheit angehören. Gleichzeitig erfahrt ihr, welche Schutzmaßnahmen Leben retten können und warum Aufklärung nach wie vor so wichtig ist.
Die Ausstellung setzt dabei bewusst auf Information statt Schockeffekte. Obwohl zahlreiche medizinische Präparate gezeigt werden, liegt der Schwerpunkt auf verständlicher Wissensvermittlung und Prävention.
Ein besonderes Museumserlebnis
Der historische Narrenturm zählt ohnehin zu den außergewöhnlichsten Museen Wiens. Die weltweit größte pathologisch-anatomische Sammlung bietet faszinierende Einblicke in die Geschichte der Medizin. Mit „Vorsicht Hochspannung“ kommt nun eine Sonderausstellung hinzu, die Wissenschaft, Technik und Medizingeschichte auf eindrucksvolle Weise miteinander verbindet.
Ausstellungsdetails: Vorsicht Hochspannung – Ausstellung im Narrenturm
Datum: 24. Juni 2026 bis 24. April 2027
Ort: Pathologisch-anatomische Sammlung im Narrenturm, Spitalgasse 2, 1090 Wien
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag, jeweils 10:00 bis 17:00 Uhr
Eintritt: Narrenturm: Erwachsene 8 €, ermäßigt 6 € (Führungen gegen Aufpreis). Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre haben im Haupthaus des NHM freien Eintritt; für den Narrenturm gelten die jeweils aktuellen Eintrittsbestimmungen.Anreise:
- U2 Schottentor, anschließend Straßenbahn 43 oder 44 bis Lange Gasse
- Straßenbahn 5 oder 33 bis Lange Gasse
- Bus 13A bis Skodagasse
- Begrenzte Parkmöglichkeiten in der Kurzparkzone
