Heute möchte ich euch von einer wunderschönen Ecke im Salzkammergut berichten. Zu Beginn des Sommers habe ich einen Kurztrip ins Ausseerland an den Grundlsee gemacht. Zum einen hab ich das Narzissenfest erlebt, davon gibt es natürlich auch einen Beitrag → und weil ich schon mal da war, habe ich auch gleich 2 Tage am wunderschönen Grundlsee verbracht. Wer wissen möchte wo wir gewohnt haben, der Beitrag über das Seehotel Grundlsee → ist auch schon online.

Natürlich kann man den Grundlsee auch zu Fuß oder mit dem Auto erkunden aber den schönsten Überblick gibt es vom Wasser aus. Da aber der Grundlsee seine hervorragende Trinkwasserqualität behalten will, ist privater Motorbootsverkehr verboten, daher ist es am Grundlsee auch herrlich ruhig. Zwar gibt es neben drei Verleihstationen für Elektroboote noch einen Yachtclub, einen Surfclub und einen Ruderclub, aber ich habe mich zu einer ganz besonderen Nostalgiefahrt entschlossen, der „Drei Seen Tour“.

Gestartet wird bei der Schiffsanlegestelle „Seehotel Grundlsee – Seeklause“. Mit einem der beiden Ausflugsschiffen geht es über den 6,5 km langen Grundlsee nach Gössl.  Unser Kapitän Thomas Hönegger, Betriebsleiter der Schifffahrt Grundlsee kennt viele Geschichten und erzählt uns auch einiges aus der bewegten Geschichte des Sees. Vorbei an der malerischen Landschaft, die  Villa Castiglioni und das Schloss Grundlsee, auch Villa Roth genannt, sind Zeugen längst vergangener Tage und strahlen doch in schönster Frische. Tief im Uferdickicht lugt die alte Lechhüttn hervor, in der im Herbst die berühmte Lechpartie stattfand (mittlerweile gibt es eine neue Lechhüttn und die alte ist verwaist). Von einem Hügel grüßt  die „Heiligste Herz-Jesu“ Kirche hinunter zum See und dazu strahlt die Sonne, dass es eine Freud ist. Ja, ich weiß das klingt ein bisserl kitschig aber die Gegend rund um den Grundlsee ist einfach total schön, das hätte kein Tourismusmanager besser hinbekommen 😉 Vor allem aber gibt es hier nur absolut sanften Tourismus, keine klobigen Hotelkästen oder laute Freizeiteinrichtungen stören die Idylle. Aber schaut euch einfach mal die Bilder an, bevor es mit unserer Tour weiter geht zum Toplitzsee.

Der Toplitzsee

Viel zu kurz erscheint mir die Zeit auf dem Nostalgie-Schiff und ab der Schiffsanlegestelle Gößl geht es per Pedes weiter. Ca. 20 Minuten wandert man durch die wunderschöne Kulturlandschaft, vorbei an der Gößler Wand, an der die  Waffen – SS seinerzeit ganz ungeniert ihre Artillerie und andere Waffen ausprobiert hat. Die Einschläge sind heute noch zu sehen.  Doch die dunkle Geschichte ist schnell vergessen, denn schon lugt die Fischerhütte aus dem Ufergrün des Toplitzsees hervor und läd uns ein auf ein kaltes Getränk. In der Fischerhütte gibt es aber auch regionale Küche und Fischspezialitäten aus heimischen Gewässern, doch uns zieht es weiter, dieses Mal mit einer Plätte. Die Plätte ist das traditionelle Holzboot und ursprünglich wurde sie von einem Mann gerudert, wir haben heute Motorunterstützung. 

Der Toplitzsee ist wahrscheinlich der sagenumwobenste  See im Salzkammergut, auf jeden Fall hat er bereits unzählige Schatzsucher und Wissenschaftler angezogen. Nicht ganz zu Unrecht trägt er den Spitznamen „Mülleimer des Nazireichs“, denn während der Kriegsjahre wurden hier zahlreiche Wunderwaffen entwickelt und erprobt und als der Krieg verloren war wurde alles vernichtet und im See versenkt.

Aber der Toplitzsee hat auch eine romantische Geschichte, denn hier lernte Erzherzog Johann von Österreich im August 1819 seine spätere Frau Anna Plochl kennen. Auch biologisch hat der See eine Besonderheit aufzuweisen. Das Wasser des Sees enthält ab einer Tiefe von etwa 20 m keinen Sauerstoff mehr und in dieser sauerstofflosen, schwefelwasserstoffhaltigen  Zohne fühlt sich der Toplitzseewurm anscheinend pudelwohl.

Während wir den alten Geschichten lauschen, steuert unsere Plätte vorbei an den beiden Wasserfällen eine verträumte Anlegestelle an. Von hier geht es wieder zu Fuß hinauf zum Kammersee und dem Ursprung der Traun. Der kleine Gebirgssee war dereinst für die Holzwirtschaft ein wichtiger Transportweg. Der 97m lange und 2m breite Kanal zwischen Kammersee und Toplitzsee wurde bereits 1549 fertig gestellt und diente der Holztrift. Der idyllische Kammersee ist auch so ein Naturjuwel, das man gesehen haben muss. Auch die Traun hat hier ihren Ursprung, zwar speisen die Traun viele Quellen aber diese ist am weitesten entfernt und somit ist die Bezeichnung durchaus gerechtfertigt. Typisch für einen Gebirgssee ist der stark schwankende Wasserpegel, der nach der Schneeschmelze oder nach starken Niederschlägen schon mal 6 Meter höher sein kann.

Jetzt geht es aber zurück, denn die Plätte wartet nicht, aber für euch hab ich abschließend noch die Bilder vom Toplitzsee.

Nach diesem wunderschönen Ausflug geht es wieder zurück an den Grundlsee und seid versichert, ich habe noch einige Geschichten und Bilder dieser schönen Gegend für euch (Verlinkung folgt, sobald die Artikel online sind.)

Dieser Beitrag entstand im Zuge einer Pressereise über Schifffahrt Grundlsee und Seehotel Grundlsee.

Alle Infos zur „Drei Seen Tour“ findet ihr auch auf Facebook.

Fotocredits: Christine Khom Fotografie

Über den Autor

Grüß Euch, ich habe Vienna Inside ins Leben gerufen um euch die vielen Facetten der Wiener Stadt zu zeigen. Wien ist cool und gleichzeitig wunderschön. Die Stadt hat tolle Einwohner, die wunderbare Events machen, tolles Essen zaubern und auch so richtig zu feiern wissen. Ich stecke mit meiner Kamera mitten drin und bringe euch meine Eindrücke in Fotostorys mit. Ich schaue hinter die Kulissen, in die Kochtöpfe oder auch in die verborgenen Ecken dieser Stadt. Ursprünglich komme ich aus dem Design-Bereich, aber mittlerweile sind die Fotografie und das Visual Storytelling meine Profession und Leidenschaft geworden. Ach, und über Feedback freue ich mich immer sehr, also kommentiert ruhig ;-)

3 Kommentare

  1. Pingback: Narzissenfest 2017 im Ausseerland - ViennaInside.at

  2. Pingback: Seehotel Grundlsee - die schönste Aussicht auf den Grundlsee - ViennaInside.at

  3. Christine Schaller am

    Da Gössl meine zweite Heimat ist, kann ich nur den Erholungsfaktor und die Freundlichkeit der Gastgeber herausstreichen. Auch die Bemühungen, Kunst, Kultur und Kulinarik, aber auch Naturheilkunde den Einheimischen und Gästen näherzubringen, hat schon so Manchen begeistert. Der Grundlsee ist zwar kalt, aber in den frühen Morgenstunden ist man mit dem Boot der einsamste Mensch weit und breit, nur die Saiblinge springen, leichte Wellen kräuseln und die Sonne, sofern sie scheint, bahnt sich den Weg über die Gössler Wand. In dieser Idylle war und ist so mancher Dichter, Maler, Künstler,… kreativ oder gibt sich ganz der Natur hin – wie auch ich! CS

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