Ab dem 1. April 2026 weht ein frischer Wind durch die Wiener Energielandschaft. Die Wiener Netze führen ein saisonales Netzentgelt ein, das vor allem in den sonnenreichen Monaten für Entlastung auf der Stromrechnung sorgen soll. Wer jedoch vollumfänglich profitieren möchte, muss aktiv werden und eine kleine, aber entscheidende Einstellung an seinem Smart Meter vornehmen.
Was ändert sich beim Netzentgelt?
Bisher waren die Netzkosten – also die Gebühren für den Transport des Stroms über Leitungen und Umspannwerke – über das Jahr hinweg weitgehend konstant. Mit der neuen Regelung wird das System dynamischer:
- Sommer-Tarif: Zwischen 1. April und 30. September gelten von 10 bis 16 Uhr günstigere Netzentgelte, wenn Kunden einen Smart Meter haben und die viertelstündliche Messung aktiv ist. Wer energieintensive Haushaltsgeräte in diesem Zeitraum nutzt, spart 20 Prozent Netzentgelt.
- Anreiz zur Nutzung: Die Maßnahme soll Kunden dazu motivieren, stromintensive Tätigkeiten (wie das Laden von E-Autos oder das Nutzen von Klimageräten) vermehrt in die sonnenreichen Stunden zu legen.
Die Voraussetzung: Viertelstunden-Auslesung
Der Haken an der Sache: Das günstigere Entgelt kann technisch nur verrechnet werden, wenn der installierte Smart Meter im sogenannten Opt-In-Modus betrieben wird.
| Einstellung | Datenerfassung | Vorteil |
| Standard | Täglicher Gesamtverbrauch | Grundlegende Verbrauchsübersicht |
| Opt-In (Aktiv) | Viertelstündliche Werte | Voraussetzung für Sommer-Netzentgelt |
Nur wenn die Wiener Netze wissen, zu welcher genauen Uhrzeit der Strom verbraucht wurde, kann der günstigere Tarif korrekt angewendet werden. Wer bisher der detaillierten Datenerfassung widersprochen hat oder beim Standard-Modus geblieben ist, zahlt unter Umständen drauf.
Letzte Chance für die Umstellung
Die Wiener Netze und die Stadt Wien rufen derzeit verstärkt dazu auf, die Einstellungen im Kundenportal zu überprüfen. Da die Umstellung zum 1. April greift, ist jetzt der ideale Zeitpunkt für die Anpassung.
So funktioniert die Aktivierung:
- Einloggen im Web-Portal der Wiener Netze.
- Navigation zu den Smart Meter Einstellungen.
- Zustimmung zur Viertelstunden-Auslesung (15-Minuten-Werte) erteilen.
Wichtig: Ohne diese Umstellung wird der Verbrauch weiterhin pauschal abgerechnet, und der finanzielle Vorteil des Sommer-Netzentgelts verfällt ungenutzt.
Fazit
Kritiker sehen in der Viertelstunden-Auslesung eine Aufweichung des Datenschutzes. Die feingranulare Erfassung lässt präzise Rückschlüsse auf den Tagesablauf der Bewohner zu – etwa wann gekocht wird, wann niemand zu Hause ist oder wann das Elektroauto geladen wird.
Die Wiener Netze argumentieren, dass nur so die Netzbelastung durch Photovoltaik-Strom effizient gesteuert werden kann. Doch für den Endverbraucher wird die Stromrechnung dadurch noch undurchsichtiger.
Wer die Umstellung im Kundenportal der Wiener Netze vornimmt, sollte sich bewusst sein: Der Rabatt ist nicht gratis – er kostet Information.
