Der Kochgeschirrhersteller Riess-Kelomat ist aller Unkenrufe zum Trotz so langlebig wie seine Produkte. Wir haben das Traditionsunternehmen an seinem Produktionsstandort in Ybbsitz besucht.

Vom Schöpflöffel über das allseits beliebte La­voir (auf wienerisch „Lawuhr“ ausgesprochen – Waschschüssel), bis zum Milchreindl. In der Küche meiner Großmutter waren die pastellfarbenen Küchengerätschaften aus  Emaille alle vertreten. Meine Mutter entsorgte das unmoderne „Klump“ kurzerhand und meine Generation stürzt sich auf Flohmärkten wieder auf das klassische Emaillegeschirr. Damals wie heute stammen die Töpfe und Häferl aus dem Hause Riess, einem Familienbetrieb der nun schon in neunter Generation die Küchen in Europa, den USA, Australien, Neuseeland und sogar Korea und Japan ausstattet.

Wir haben uns im niederösterreichischen Familienunternehmen umgesehen und zeigen euch, wie das Emailgeschirr entsteht.

Ein wenig Unternehmensgeschichte

Begonnen hat alles 1550 mit einfachen Eisenpfannen und Wasserkesseln, 1922 war dann er eigentliche Start der Qualitätsmarke Riess Email mit dem Bau einer Glasschmelze zur Emaille-Herstellung. In den Jahren 1926-1935 wurde der Betrieb auf Elektroemaillierung umgestellt. Durch den Bau von drei Wasserkraftwerken ist das Unternehmen bis heute Energieautark und der einzige Geschirrerzeuger mit einer positiven CO2-Bilanz.

Seit 2000 führt nun die neunte Generation das Unternehmen immer im Spagat zwischen Tradition und doch am Puls der Zeit. So wurde 2001 die österreichische Marke KELOMAT (das bekannteste Produkt ist sicher der Schnellkochtopf) übernommen.

Was ist Emaille?

Emaille ist nichts anderes als Eisen, das mit silikatischem Glas bei 850°C verschmolzen wird. In der Herstellung werden ausschließlich natürliche „Bodenschätze“, wie Eisen, Quarz, Ton, Feldspat, Borax, Soda & Pottasche sowie kleinste Mengen von Metalloxiden, verwendet. Es gibt keine künstlichen Elemente, weshalb Emaille zu 100% im Altmetall recyclebar ist.

Vom Rohblech zum Kochtopf

Am Anfang steht die Blechplatte in die mittels Tiefziehpressen die Rohformen für Töpfe und Deckeln gestanzt und geformt werden. Danach werden die Ränder geformt und bekommen in der Schweißerei die passenden Griffe verpasst. Dann geht es ab ins heiße Laugen- und Säurebad um alle Rückstände wie Fett oder Rost zu entfernen. Jede noch so kleine Verunreinigung würde die nahtlose Aufbringung der Emailschicht vereiteln.

Dann folgt die erste Schicht Email, das Grundemail, das nur die Verbindung zwischen Eisen und Glas herstellt. Darüber kommt nach einem ersten Brennvorgang die Deckschicht, die den sichtbaren Glasüberzug trägt. Nach dem zweiten Brennen wird das Dekor mit Emailabziehbildern aufgebracht. Das sind spezielle Dekorpapiere auf die in mehreren Rastersiebdruckvorgängen farbiges Email aufgebracht wird. Abschließend erfolgt dann der dritte Brennvorgang wo die Bildmotive mit dem Deckemail verschmelzen.

Kochen mit Email-Geschirr

RIESS Emailgeschirr hat einen magnetisierbaren „Kern“ und ist damit als Induktionsgeschirr perfekt geeignet. Das Geschirr kann auf allen Herdarten, ob Elektro, Gas, Ceranfeld, Induktion oder offenem Feuer verwendet werden.  Beim Induktionsherd ist das Email-Geschirr übrigens besonders energiesparend, denn es nutzt die Leistung des Herdes zu mehr als 97% und reduziert den Energieverbrauch um bis zu 30%.
Für mich ist das ein nicht zu unterschätzendes Argument.

Übrigens, wenn ihr mal in Waidhofen / Ybbs seid, dann schaut unbedingt bei der Bäckerei Piaty vorbei, denn dort gibt es (gegen Vorbestellung) 9 Stk. Wuchteln mit Topfen im Teig im Original Riess Emailpfandl gebacken. Und die Wuchteln gibt es gratis, nur das Pfandl müsst ihr bezahlen, das gehört dann natürlich euch. Wir haben schon probiert und können sagen, die Wuchteln sind eine Wucht!

Wir bedanken uns bei der Firma Riess für die sehr interessante Führung durch ihren Betrieb und bei den Instagramers Austria, die diese Einladung ermöglicht haben.

RIESS KELOmat GmbH

Maisberg 47, A-3341 Ybbsitz
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Über den Autor

Grüß Euch, ich habe Vienna Inside ins Leben gerufen um euch die vielen Facetten der Wiener Stadt zu zeigen. Wien ist cool und gleichzeitig wunderschön. Die Stadt hat tolle Einwohner, die wunderbare Events machen, tolles Essen zaubern und auch so richtig zu feiern wissen. Ich stecke mit meiner Kamera mitten drin und bringe euch meine Eindrücke in Fotostorys mit. Ich schaue hinter die Kulissen, in die Kochtöpfe oder auch in die verborgenen Ecken dieser Stadt. Ursprünglich komme ich aus dem Design-Bereich, aber mittlerweile sind die Fotografie und das Visual Storytelling meine Profession und Leidenschaft geworden. Ach, und über Feedback freue ich mich immer sehr, also kommentiert ruhig ;-)

2 Kommentare

  1. Sehr geehrter Damen und Herren
    Ich bin Fan Emaille
    ich wohne in der Schweiz, kann ich nicht nach osterreich fahren.
    wo gibt Region Deutschland z.b Lörrach oder weil am Rhein oder Freiburg
    bitte mich bescheid danke freundlichen Grüßen Fam Meier

    • Christine Khom am

      Liebe Isa Meier,
      bitte wenden Sie sich einfach direkt an die Firma Riess, da wird man Ihnen bestimmt gerne weiterhelfen.
      Liebe Grüße
      Christine von Vienna Inside

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