Traktoren vor der Hofburg, regionale Spezialitäten aus ganz Österreich und Brassmusik bis in den Abend: Am 12. und 13. September 2026 bringt das ernte.dank.festival. die heimische Land- und Forstwirtschaft mitten in die Wiener Innenstadt. Zwei Tage lang könnt ihr am Heldenplatz moderne Landtechnik bestaunen, Produzenten kennenlernen, Spezialitäten verkosten und bei zahlreichen Stationen selbst aktiv werden. Der Eintritt ist frei.Das vom Ökosozialen Forum Österreich & Europa veranstaltete Fest findet 2026 bereits zum dritten Mal statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie unsere Lebensmittel entstehen und welche Arbeit notwendig ist, bevor Brot, Fleisch, Gemüse, Milch oder Wein auf dem Tisch landen.
Woher kommt das Erntedankfest?
Das Erntedankfest ist wesentlich älter als das Christentum. Schon in vorchristlicher Zeit feierten Menschen das Ende der Ernte und bedankten sich für Getreide, Obst und andere Gaben der Natur. Vergleichbare Rituale gab es unter anderem im alten Ägypten, in Griechenland, im Römischen Reich und im Judentum. Denn eine gute Ernte entschied damals noch unmittelbarer als heute darüber, ob eine Familie oder ein ganzes Dorf ausreichend Nahrung für den Winter hatte.
Im Christentum sind Feiern zum Erntedankfest seit dem 3. Jahrhundert belegt. Die Menschen dankten Gott für die Früchte der Erde und baten zugleich um Schutz vor Hunger, Unwettern und Missernten. Einen einheitlichen Termin gibt es bis heute nicht, weil die Ernte abhängig von Region, Klima und angebauten Lebensmitteln zu unterschiedlichen Zeiten abgeschlossen wird. In Österreich findet das Erntedankfest daher meist zwischen Mitte September und Ende Oktober statt.
Zu den bekanntesten Symbolen gehört die Erntekrone, die aus verschiedenen Getreidesorten gebunden und häufig mit Blumen, Obst und Gemüse geschmückt wird. Festgottesdienste, Segnungen und Erntedankumzüge erinnern daran, dass Lebensmittel nicht selbstverständlich sind.
Gerade heute besitzt das Erntedankfest wieder eine besondere Aktualität. Wenn ihr vor vollen Supermarktregalen steht, ist leicht zu vergessen, wie viel Arbeit, Wissen und Geduld hinter jedem Brotlaib, jedem Apfel und jedem Glas Milch stecken. Das Erntedankfest am Heldenplatz holt diese oft unsichtbare Arbeit vor den Vorhang – und bringt jene Menschen mit der Stadt zusammen, die tagtäglich für unsere Lebensmittel sorgen.
Landwirtschaft zum Anfassen
Auf dem Festivalgelände präsentieren Bauern, Forstleute, Lebensmittelproduzenten und Fachleute ihre Arbeit. Der Bildungscampus beschäftigt sich mit Natur, Wald, Feld, Tierwohl, Biodiversität und moderner Landwirtschaft. Dabei bleibt es nicht bei der Theorie: An verschiedenen Erlebnisstationen könnt ihr unter anderem sägen, melken und unterschiedliche Naturmaterialien auf einem Barfuß-Fühlpfad erkunden.
In der Forstarena demonstrieren Profis, wie viel Kraft, Präzision und Übung hinter der Waldarbeit stecken. Zu sehen sind unter anderem das schnelle Wechseln einer Sägekette, das millimetergenaue Entfernen von Ästen und kunstvolles Holzschnitzen.
Für Kinder gibt es eigene Mitmachangebote und eine Hüpfburg. Wer zwischendurch eine Pause braucht, findet im Erholungswald einen ruhigeren Platz.
Frauen in der Landwirtschaft im Mittelpunkt
Die Vereinten Nationen haben 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerin erklärt. Das ernte.dank.festival. greift diesen Schwerpunkt auf und zeigt, welche Aufgaben Frauen heute in der Land- und Forstwirtschaft übernehmen.
Im Bäuerinnen-Dorf geben zehn Hütten Einblicke in Handwerk, Lebensmittelwissen, Innovation und Digitalisierung. Dort könnt ihr beispielsweise das Klöppeln kennenlernen und mehr über den Alltag auf landwirtschaftlichen Betrieben erfahren. Ein sichtbarer Höhepunkt ist die Trachtenschau am Samstag, bei der Bäuerinnen traditionelle Kleidung aus allen Bundesländern präsentieren. Weitere Informationen zum Jahresschwerpunkt
Vom Pflug bis zum Kartoffelroder
Große Maschinen vor der Hofburg gehören zu den auffälligsten Bildern des Festivals. Bei der Landmaschinen-Schau am Samstag wird die gesamte Arbeitskette des Kartoffelanbaus vorgeführt.
Über den Heldenplatz fahren unter anderem Grubber, Pflug, Sämaschine, Düngerstreuer, Feldspritze, Anhänger und Kartoffelvollroder. Praktiker erklären, wann die Maschinen eingesetzt werden und wie die einzelnen Arbeitsschritte ineinandergreifen.
Nostalgischer wird es am Sonntag: Bei der Oldtimer-Traktorschau tuckern historische Zugmaschinen über das Gelände.
Erntedankumzug mit Toni Faber
Der Sonntag beginnt traditionell. Von 12 bis 13 Uhr wird im Wiener Stephansdom eine Erntedank-Festmesse gefeiert. Dompfarrer Toni Faber hält die Predigt, musikalisch begleitet vom Kirchen- und Volksliedchor aus Donnersbach.
Am Nachmittag folgt der Erntesegen auf dem Heldenplatz. Anschließend ziehen festlich geschmückte Wagen über das Festivalgelände. Obst, Gemüse und Blumen zeigen, was Österreichs Felder, Gärten und Höfe hervorbringen. Zum Abschluss werden die Ernteschätze von den Wagen aus an die Besucher verteilt. Details zur Festmesse und zum Umzug
Schmankerln aus Stadt und Land
Auf dem Bäuerinnen- und Bauernmarkt könnt ihr regionale Lebensmittel verkosten und direkt bei den Produzenten einkaufen. Ergänzt wird das Angebot durch Spezialitäten aus den Bundesländern, österreichisches Bier und Wiener Wein.
Eine eigene Wiener Genusswelt präsentiert Lebensmittelbetriebe aus der Stadt. Das Angebot reicht von kaltgepressten Bio-Ölen, Pralinen und Konditoreiwaren über Wiener Weinbergschnecken und Käse bis zu Pferdeleberkäse, Falafeln, Würsteln und veganem Sorbet.
Auch das Weinviertel ist mit einem eigenen Winzerdorf vertreten. In zehn Hütten werden Weinviertel DAC, weitere Weine, regionale Säfte, Brot und Gebäck sowie typische Heurigenschmankerl angeboten. Dazu gibt es Informationen über Kellergassen, Ausflugsziele, Radwege und Kulturangebote der Region. Informationen zum Weinviertler Winzerdorf
Gondelfahrt über den Heldenplatz
Für einen ungewöhnlichen Blick auf das Fest sorgt eine Gondel, die Besucher bis auf rund 40 Meter Höhe bringt. Von oben lässt sich nicht nur das gesamte Festivalgelände überblicken – auch die Hofburg und die Wiener Innenstadt zeigen sich aus einer seltenen Perspektive.
Mitten in der Innenstadt zeigt das ernte.dank.festival., wie Landwirtschaft heute klingt, schmeckt und funktioniert. Oldtimer-Traktoren treffen moderne Erntetechnik, dazu gibt’s Blasmusik, Pop-Brass und viel Kulinarik aus allen Bundesländern. Das Fest startet am Samstag um 12:00 Uhr, der Eintritt ist frei.
Übersichtsplan
- Wiener Genusswelt
- Grillschule Adi Matzek & Restaurant Kolm
- Feldbühne
- „So schmeckt Niederösterreich“-Schmankerldorf
- Weinviertler Winzerdorf
- Taxi 40100
- Spähikel der Österreichischen Bundesforste
- Jagd Österreich
- Nachhaltige Tierhaltung Österreich
- Landjugend Österreich
- Maisetschläger Trachten
- Forstarena
- Waldgeschichten, Barfuß-Fühlpfad und Erholungswald
- Naturpark Sparbach
- Nationalparks Austria
- Bäuerinnen- und Bauernmarkt
- DONAU Versicherung AG
- 575 Sagmeister & Waldviertlerhof
- Bio Austria-Markt
- Wien Energie
- Hauptbühne
- Wiener Heurige
- Raiffeisen-Sky-Gondel
- Bäuerinnendorf
- Landwirtschaftskammer Niederösterreich
- Urlaub am Bauernhof
- Bio Austria Niederösterreich & Wien
- ARGE Heumilch
- Bodencubus
- Bildungscampus
- AMA-Bio-Erlebnisstation & AMA-Hüpfburg
- AMA GENUSS REGION
- Lagerhaus-Hüpfburg
- Genol-Cageball
- Ausstellung der Oldtimer-Traktoren
- Zwettler-Bar – an zwei Standorten
Programm
Samstag, 12. September 2026
- 10.00–12.00 Uhr – Musikverein Prellenkirchen, Hauptbühne
- 10.30–10.50 Uhr – Eröffnung durch das Festkomitee, Hauptbühne
- 11.00–11.30 Uhr – Show des Forstwettkampfvereins, Forstarena
- 12.00–13.00 Uhr – Landmaschinen-Schau, Feldbühne
- 13.00–13.30 Uhr – Show des Forstwettkampfvereins, Forstarena
- 13.00–14.45 Uhr – Original Woodstock Musikanten, Hauptbühne
- 14.00–14.15 Uhr – Zwettler-Bieranstich, Hauptbühne
- 15.15–16.00 Uhr – Trachtenschau, Hauptbühne
- 15.30–16.00 Uhr – Show des Forstwettkampfvereins, Forstarena
- 16.00–16.15 Uhr – Bäuerinnenchor Vorarlberg, Hauptbühne
- 16.45–18.00 Uhr – Wüdara Musi, Hauptbühne
- 18.30–19.45 Uhr – Desperate Brasswives, Hauptbühne
- 20.15–21.45 Uhr – Poxrucker Sisters, Hauptbühne
- 22.00 Uhr – Veranstaltungsende
Sonntag, 13. September 2026
- 10.00–10.30 Uhr – Oldtimer-Traktorschau, Feldbühne
- 10.30–12.00 Uhr – Alpenlandler Musikanten, Hauptbühne
- 11.00–11.30 Uhr – Show des Forstwettkampfvereins, Forstarena
- 12.00–13.00 Uhr – Erntedank-Festmesse, Domkirche St. Stephan
- 12.30–14.00 Uhr – Kaiser Musikanten, Hauptbühne
- 13.00–13.30 Uhr – Show des Forstwettkampfvereins, Forstarena
- 14.00–15.30 Uhr – Erntesegen und Erntedankumzug, Feldbühne und Festivalgelände
- 15.30–16.00 Uhr – Show des Forstwettkampfvereins, Forstarena
- 15.30–18.00 Uhr – Brassaranka, Hauptbühne
- 18.00 Uhr – Veranstaltungsende
Familie, Genuss & Highlights
- Bildungscampus: Wissens-Stationen zu Wald, Feld, Tier und moderner Agrartechnik.
- Kinder-Action: Hüpfburg, Tret-Traktoren-Parcours, Mitmach-Stationen.
- Raiffeisen-Sky-Gondel: Aussichtsfahrt auf ca. 40 Meter Höhe über das Festgelände.
- Märkte & Kulinarik: Bäuerlicher Markt, „So schmeckt NÖ“-Schmankerldorf, Bio-Dorf, Wiener Genusswelt, Wiener Heurigen-Dorf.
- Weinviertler Winzerdorf: Zehn Hütten mit Kostproben, Heurigenschmankerln und Einblicken in die Region.
- Landmaschinen & Forst: Live-Vorführungen, Holz-Schnitzkunst, Bioakustik-Station u. v. m.
Veranstaltungsdetails – ernte.dank.festival. 2026
Veranstaltung: ernte.dank.festival. 2026
Datum: Samstag, 12. und Sonntag, 13. September 2026
Ort: Wiener Heldenplatz
Adresse: Heldenplatz, 1010 Wien
Öffnungszeiten: Samstag 10 bis 22 Uhr, Sonntag 10 bis 18 Uhr
Eintritt: frei
Anmeldung: Für den allgemeinen Festivalbesuch nicht erforderlich
Veranstalter: Ökosoziales Forum Österreich & Europa
Anreise: U3 Herrengasse; U1 Stephansplatz; Straßenbahn D, 1, 2 und 71 bis Burgring; Bus 1A bis Michaelerplatz; Bus 2A oder 3A bis Heldenplatz; Bus 48A bis Dr.-Karl-Renner-RingAuf dem Heldenplatz sind Hunde grundsätzlich erlaubt. Aber: Laute Musik, viele Menschen und dichtes Gedränge können Tiere stark stressen. Zudem besteht die Gefahr, dass eure Lieblinge im Trubel getreten oder verletzt werden. Tut euren Hunden daher etwas Gutes und lasst sie an diesem Tag lieber daheim.
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Letzte Aktualisierung des Artikel am: 11.09.2026





