Mitten in Wien schwimmen, auf dem Sonnendeck entspannen und dabei den Donaukanal direkt vor der Nase haben: Das Badeschiff Wien ist einer dieser Orte, die man eigentlich nicht groß erklären muss. Man kommt hin, steigt an Bord – und die Stadt fühlt sich für ein paar Stunden ein wenig leichter an.
Zwischen Urania und Schwedenplatz liegt das Badeschiff fest verankert am Donaukanal. Es ist privates Freibad, Restaurant, Treffpunkt, Eventlocation und im Winter auch ein Ort für Sauna und Eisschwimmen. Die Stadt Wien führt das Badeschiff als privates Freibad am Donaukanal; die offizielle Adresse lautet Wolfgang-Schmitz-Promenade 4, 1010 Wien.
Schwimmen, wo Wien am Wasser sitzt

© Schaub-Walzer / PID
Das Herzstück des Badeschiffs ist der Pool. Er ist 27 Meter lang, 1,6 Meter tief und liegt direkt am Donaukanal. Über zwei Brücken ist der Badebereich mit dem Hauptschiff verbunden – so seid ihr beim Schwimmen nicht irgendwo hinter einer Mauer, sondern mitten im urbanen Wasserleben der Stadt.
Wer hier seine Bahnen zieht, schwimmt zwar nicht im Donaukanal selbst, aber doch sehr nah dran. Genau das macht den Reiz aus: Neben euch fährt vielleicht ein Ausflugsschiff vorbei, über euch liegt der Himmel, rundherum rauscht die Stadt. Und trotzdem fühlt sich ein Nachmittag am Badeschiff erstaunlich entspannt an.
Wichtig für euren Besuch: Der Pool ist nicht beheizt und wird nicht beaufsichtigt. Wer mit Kindern kommt oder unsicher schwimmt, sollte das unbedingt im Blick behalten.
Ein Stück Wiener Badegeschichte auf dem Wasser
Das Badeschiff ist keine völlig neue Idee, sondern knüpft an eine alte Wiener Tradition an. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts war das Baden am Donaukanal ein Thema. Nachdem die Kanalisierung verbessert wurde und Abwässer nicht mehr in den Donaukanal geleitet wurden, entstand wieder die Möglichkeit, Badeanlagen am Wasser zu errichten. 1902 beschloss der Wiener Stadtrat den Bau von fünf Badeschiffen am Donaukanal. Die ersten beiden Strombäder eröffneten 1904 in Nußdorf und bei der Sofienbrücke, der heutigen Rotundenbrücke.
Diese historischen Strombäder funktionierten anders als heutige Freibäder. Sie lagen als schwimmende Anlagen im Wasser, hatten hölzerne Kabinen, überdachte Stege und einen abgesicherten Badebereich. Das Bad war damals streng organisiert, mit getrennten Bereichen für Damen und Herren.
Das heutige Badeschiff griff diesen Gedanken im 21. Jahrhundert wieder auf. Im Juli 2006 ging es in Betrieb – als Kombination aus Schwimmbad, Bar, Restaurant, Club und Sonnendeck. Projektinitiator war die Expedit Handels- und Gastronomiebetriebs GmbH rund um Gerold Ecker. Schon damals wurde das Badeschiff ausdrücklich als moderne Interpretation der alten Strombäder verstanden.
20 Jahre Badeschiff Wien
2026 feiert das Badeschiff sein 20-jähriges Bestehen. Aus der anfangs ungewöhnlichen Idee ist längst eine feste Adresse am Donaukanal geworden – für alle, die nach der Arbeit schwimmen, in der Sonne sitzen, essen, trinken oder am Abend noch länger bleiben möchten. Auf der offiziellen Website wird das Jubiläum ebenfalls prominent genannt.
Spannend ist auch der soziale Anspruch des Hauses. Das Badeschiff beschreibt sich nicht nur als Gastronomie- und Freizeitort, sondern auch als Raum für Inklusion und gelebtes Miteinander. 2018 erhielt es den Wiener Inklusionspreis, 2025 wurde es mit dem Down-Syndrom Award ausgezeichnet.
So läuft ein Badebesuch ab

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Für die Poolbenutzung braucht ihr ein Ticket. Dieses bekommt ihr im ShipShop rechts neben dem Eingang des Badeschiffs. Pool und Liegestühle können nicht reserviert werden, hier gilt also: früh kommen, Platz sichern, Handtuch ausbreiten und den Tag genießen.
Vor Ort gibt es eine begrenzte Anzahl an Kästchen. Ein eigenes Schloss ist praktisch; alternativ könnt ihr vor Ort eines kaufen. Die Kästchen müssen täglich bis 22 Uhr geräumt werden. Umkleidekabinen und heiße Duschen befinden sich im Poolbereich.
Die Pooldecksauna ist in der Sommersaison ebenfalls geöffnet. Sie liegt direkt über dem Pool und ist täglich von 18:00 bis 21:30 Uhr in Betrieb. Der Eintritt ist im Poolticket inkludiert. Reservierungen für die Sauna sind nicht möglich.
Öffnungszeiten und Saison 2026
Das Badeschiff ist laut offizieller Website täglich von 12:00 bis 01:00 Uhr geöffnet. Die Küche ist täglich von 12:00 bis 22:00 Uhr in Betrieb. Der Pool ist während der regulären Öffnungszeiten des Badeschiffs nutzbar, schließt aber immer um 22:00 Uhr. Inhaber einer Saisonkarte können bereits ab 08:00 Uhr schwimmen.
Die Sommer-Saisonkarte 2026 gilt von 15. April bis 15. Oktober 2026. Sie inkludiert den Zugang zum Pool, Frühschwimmen ab 08:00 Uhr und die Pooldecksauna.
Preise 2026
Die Tageskarte für den Pool kostet regulär 10,50 Euro, ermäßigt 8 Euro. Kinder bis 10 Jahre haben freien Eintritt. Ab 17:00 Uhr gibt es eine Abendkarte um 8 Euro, hier ist keine weitere Ermäßigung möglich.
Die Sommer-Saisonkarte kostet regulär 220 Euro, ermäßigt 168 Euro. Ermäßigungen gelten unter anderem für Schüler, Studenten bis 26 Jahre, Senioren, Menschen mit Behinderung und Bezieher einer Mindestsicherung. Ab einer Behinderung von mindestens 70 Prozent erhält eine Begleitperson gegen entsprechenden Ausweis freien Eintritt.
Essen, Trinken und länger bleiben
Das Badeschiff ist mehr als ein klassisches Sommerbad. Wer nur kurz schwimmen möchte, kann das tun. Wer aber länger bleibt, findet an Bord auch Gastronomie, Sonnendeck, Pub, Veranstaltungsräume und immer wieder Kultur- und Musikprogramm. Der Veranstaltungskalender reicht von Ausstellungen über Tanzabende bis zu Kooperationen mit größeren Wiener Kulturformaten.
Gerade diese Mischung macht den Ort so besonders: Tagsüber Freibad, am Nachmittag Treffpunkt am Wasser, am Abend Lokalszene mit Donaukanal-Kulisse. Ein Badebesuch lässt sich hier mühelos mit einem Essen, einem Drink oder einem Spaziergang entlang des Kanals verbinden.
Anreise: schnell am Wasser
Das Badeschiff liegt sehr zentral und ist öffentlich hervorragend erreichbar. Die Station Schwedenplatz mit U1 und U4 liegt in unmittelbarer Nähe, auch die Straßenbahnlinien 1 und D halten in der Umgebung. Die U3 ist laut Betreiber in rund sieben Minuten erreichbar.
Barrierefrei erreicht ihr das Badeschiff über die Rampe bei der Urania oder über den Fahrstuhl in der Schiffsanlegestelle am Schwedenplatz. Wer mit dem Auto kommt, findet die nächstgelegene Tiefgarage am Schwedenplatz.
Fazit: Ein Sommerklassiker mit Geschichte
Das Badeschiff Wien ist kein riesiges Freibad mit Liegewiesen und Sportbecken. Es ist kompakter, urbaner und näher am Stadtleben. Genau darin liegt sein Charme. Wer hier badet, nimmt Wien nicht als Hintergrund wahr, sondern als Teil des Erlebnisses.
Für ein paar Stunden fühlt sich der Donaukanal dann fast wie Urlaub an – nur eben mitten in der Stadt, ein paar Schritte vom Schwedenplatz entfernt.
Badeschiff Wien
Adresse:
Badeschiff Wien
Wolfgang-Schmitz-Promenade 4
1010 Wien
Donaukanal zwischen Urania und SchwedenplatzÖffnungszeiten Badeschiff:
Täglich 12:00 – 01:00 UhrKüche:
Täglich 12:00 – 22:00 UhrPool:
Während der regulären Öffnungszeiten, Poolschluss 22:00 Uhr
Mit Saisonkarte: Frühschwimmen ab 08:00 UhrPooldecksauna:
Täglich 18:00 – 21:30 Uhr
Im Poolticket inkludiertEintritt Pool 2026:
Tageskarte regulär: 10,50 Euro
Tageskarte ermäßigt: 8 Euro
Kinder bis 10 Jahre: frei
Abendkarte 17:00 – 22:00 Uhr: 8 Euro
Saisonkarte Sommer: 220 Euro
Saisonkarte ermäßigt: 168 Euro
Pool & PreiseWichtig:
Pool nicht beheizt und nicht beaufsichtigt
Pool, Sauna und Liegestühle können nicht reserviert werden
Begrenzte Anzahl an Kästchen vorhanden
Eigenes Schloss mitbringen oder vor Ort kaufenAnreise:
U1, U4 Station Schwedenplatz
Straßenbahnlinien 1 und D
Barrierefrei über die Rampe bei der Urania oder den Fahrstuhl bei der Schiffsanlegestelle Schwedenplatz erreichbar
