Schönbrunner Bad Wien im Schlosspark Schönbrunn
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Schönbrunner Bad Wien

Schwimmen mit kaiserlicher Geschichte im Schlosspark Schönbrunn

von Christine Khom

Mitten im Schlosspark Schönbrunn, oberhalb des Obeliskbrunnen, liegt eines der außergewöhnlichsten Freibäder Wiens: das Schönbrunner Bad. Wer hier schwimmen geht, taucht nicht einfach nur ins Wasser ein. Man schwimmt an einem Ort, der seit fast 200 Jahren mit Wiener Badegeschichte, kaiserlicher Sommerfrische und sportlichem Freibadvergnügen verbunden ist.

Heute ist das Schönbrunner Bad ein modernes Sommerbad mit 50-Meter-Sportbecken, Familienbecken, Kinderbecken, Fitness- und Wellnessbereich, Beachvolleyballplatz und Gastronomie. Gleichzeitig hat es sich eine Atmosphäre bewahrt, die in Wien ziemlich einzigartig ist: viel Grün, historische Umgebung, ein Hauch Schönbrunn – und das Gefühl, für ein paar Stunden aus der Stadt auszusteigen, ohne sie wirklich zu verlassen.

Ein Bad mit kaiserlichen Wurzeln

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Die Geschichte des Schönbrunner Bades beginnt nicht als klassisches Freibad, sondern mit einem Wasserreservoir im Schlosspark. Bereits 1838 wird dieses Reservoir urkundlich erwähnt. In einem Brief an seinen Bruder Maximilian schrieb der junge Erzherzog Franz Joseph, dass er sich im Wasserreservoir beim Obelisk aufgehalten und dort schwimmen gelernt habe. Aus diesem Wasserreservoir entwickelte sich später jenes Bad, das wir heute als Schönbrunner Bad kennen.

Damit gehört das Bad zu jenen Wiener Orten, an denen Freizeitgeschichte, Hofgeschichte und Stadtentwicklung eng ineinandergreifen. Der Standort war nie irgendein Badeplatz, sondern immer Teil einer besonderen Landschaft: Schloss Schönbrunn, Gloriette, Obelisk, Baumalleen und historische Gartenarchitektur bilden bis heute den Rahmen.

Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde hier eine kaiserliche Schwimmschule eingerichtet. Später wurde das Areal auch militärisch genutzt. In der Ersten Republik diente das Bad als Militärschwimmschule, in der NS-Zeit wurde es von der Wehrmacht genutzt, nach dem Zweiten Weltkrieg von britischen Besatzungssoldaten. Erst 1955 wurde das Bad wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Vom Wasserreservoir zum Sommerbad

Nach der Öffnung für die Bevölkerung entwickelte sich das Schönbrunner Bad zu einem beliebten Sommerbad im Westen Wiens. Die bestehenden Gebäudekomplexe stammen im Kern aus der Nachkriegszeit. 1975 wurde die Anlage erstmals generalsaniert. Nach wirtschaftlich schwierigen Jahren wurde das Bad 1999 geschlossen, ehe es 2000/2001 im Rahmen eines Public-Private-Partnership-Modells umfassend erneuert wurde. Dabei wurde die Anlage technisch modernisiert und mit einer zeitgemäßen Wasseraufbereitung ausgestattet.

Heute ist das Schönbrunner Bad ein privat geführtes Sommerbad. Genau das macht sich auch im Charakter bemerkbar: Es wirkt weniger wie ein klassisches Bezirksbad und mehr wie eine Mischung aus Sportbad, Ruheoase und Sommerclub – allerdings mit einer Kulisse, die man in Wien kein zweites Mal findet.

Die Lage: Baden mitten im Schlosspark

Der große Reiz des Schönbrunner Bades liegt in seiner Lage. Das Bad befindet sich im Schlosspark Schönbrunn, oberhalb des Obelisks, im 13. Bezirk. Wer von der U4-Station Schönbrunn kommt, spaziert durch den Park Richtung Meidlingertor und Obelisk. Wer über die Hohenbergstraße oder das Maria-Theresien-Tor kommt, erreicht den Eingang ebenfalls in wenigen Minuten.

Das hat gleich mehrere Vorteile: Die Anlage liegt grün, ruhig und etwas abgeschirmt vom Verkehr. Gleichzeitig ist sie öffentlich gut erreichbar. Besonders schön ist der Weg ins Bad am Vormittag, wenn der Schlosspark noch angenehm ruhig ist. Dann fühlt sich schon der Fußweg wie ein kleiner Ausflug an.

Das Herzstück: 50-Meter-Sportbecken mit acht Bahnen

Im Zentrum der Anlage steht das 50-Meter-Sportbecken aus Edelstahl. Es hat olympische Ausmaße und acht Bahnen. Für sportliche Schwimmer ist zumindest eine Bahn abgesperrt, sodass Bahnenschwimmen auch an gut besuchten Tagen möglich bleibt.

Das macht das Schönbrunner Bad besonders interessant für alle, die im Sommer nicht nur planschen, sondern wirklich schwimmen möchten. Frühschwimmer, Hobbysportler und alle, die gerne ihre Längen ziehen, finden hier sehr gute Bedingungen. Durch das große Becken verteilt sich der Badebetrieb meist angenehmer als in kleineren Freibädern.

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Familienbecken und Kinderbereich

Neben dem Sportbecken gibt es ein 25-Meter-Nichtschwimmerbecken und ein 10-Meter-Kinderbecken, ebenfalls aus Edelstahl. Damit eignet sich das Bad nicht nur für sportliche Schwimmer, sondern auch für Familien mit Kindern.

Für Familien ist die Kombination aus überschaubarer Anlage, grüner Lage und verschiedenen Becken besonders angenehm. Kinder haben ihren eigenen Bereich, während größere Kinder und Erwachsene im Nichtschwimmerbecken oder Sportbecken Platz finden. Wer mit Kindern kommt, sollte trotzdem beachten: Das Schönbrunner Bad ist durch seine Lage und Ausrichtung etwas exklusiver und ruhiger als manche große städtische Freibadanlage. Es ist also ideal für einen entspannten Badetag, weniger für sehr lautes Freibadtrubel-Programm.

Fitness und Wellness im Sommer

Eine Besonderheit des Schönbrunner Bades ist der eigene Fitness- und Wellnessbereich. Dieser kann von Besuchern ab 16 Jahren zusätzlich gebucht werden. Zum Angebot gehören ein Trainingsraum, Sauna, Sanarium, Infrarotkabine, Indoor- und Outdoor-Ruhebereiche sowie eine Sonnenterrasse. Auch Massagen werden angeboten, dafür ist eine telefonische Voranmeldung notwendig.

Das ist vor allem für jene spannend, die den Badetag mit Training oder Entspannung kombinieren möchten. Erst ein paar Längen schwimmen, dann auf die Sonnenterrasse, später vielleicht Sauna oder Ruhebereich – im Schönbrunner Bad lässt sich ein Sommertag deutlich aktiver und komfortabler gestalten als in einem klassischen Freibad.

Beachvolleyball im Schlosspark

Auch Beachvolleyball ist möglich. Der Platz ist genormt und kann bis 16 Uhr kostenfrei genutzt werden. Danach kostet die Stunde 8 Euro. Eine Reservierung ist telefonisch oder direkt über die Rezeption im Fitness- und Wellnessbereich möglich.

Damit bietet das Bad auch für Gruppen eine schöne Ergänzung zum klassischen Badebesuch. Ein paar Runden schwimmen, danach Beachvolleyball und zum Abschluss etwas essen – so wird aus dem Badetag schnell ein kleiner Sommerurlaub in Wien.

Gastronomie: Luv Beachclub Schönbrunn

Für die Gastronomie sorgt der Luv Beachclub Schönbrunn. Das Konzept setzt auf Beachclub-Atmosphäre, internationale Küche, Buffet-Angebote, Bar und Terrasse mit Blick auf die Beckenlandschaft. Auch Daybeds werden angeboten.

Das passt gut zum Charakter des Bades: nicht nur schnell Pommes und Eis, sondern ein etwas gehobeneres Sommerambiente. Wer also nicht nur zum Schwimmen kommt, sondern den Tag bewusst genießen möchte, findet hier ein kulinarisches Zusatzangebot direkt in der Anlage.

Öffnungszeiten 2026

Die Saison 2026 startet im Schönbrunner Bad am Samstag, 25. April 2026. Der Online-Vorverkauf begann laut Bad am 9. April 2026.

Die regulären Öffnungszeiten sind saisonal gestaffelt:

April und Mai: 8:30 bis 19:00 Uhr
Juni, Juli bis 15. August: 8:30 bis 21:00 Uhr, bei Schlechtwetter bis 20:00 Uhr
16. bis 31. August: 8:30 bis 20:00 Uhr
Ab 1. September: 8:30 bis 19:00 Uhr

Letzter Einlass ist jeweils eine Stunde vor Betriebsende, Badeschluss ist 30 Minuten vor Betriebsende. Wetterbedingt kann es kurzfristige Änderungen geben.

Eintrittspreise 2026

Das Schönbrunner Bad ist preislich deutlich über den städtischen Freibädern angesiedelt. Dafür bekommt man eine besondere Lage, eine gepflegte Anlage und zusätzliche Angebote wie Fitness, Wellness und Gastronomie.

Für Erwachsene kostet der Tageseintritt 20 Euro. Der Nachmittagseintritt ab 13:30 Uhr kostet 17 Euro, der Abendeintritt ab 17 Uhr kostet 12 Euro. Schüler ab 7 Jahren, Jugendliche bis 18 Jahre und Studenten bis 28 Jahre zahlen 16 Euro für den Tag, 13 Euro am Nachmittag und 10 Euro am Abend. Für Kinder von 1 bis 6 Jahren kostet der Tageseintritt 6,50 Euro, der Nachmittag 5 Euro und der Abend 3,50 Euro.

Saisonkarten gibt es ebenfalls: Erwachsene zahlen 335 Euro, Schüler, Jugendliche und Studenten 235 Euro, Kinder von 1 bis 6 Jahren 75 Euro. Wer Fitness und Wellness dazubuchen möchte, zahlt einen Aufpreis von 16 Euro pro Tag. Kombikarten inklusive Fitness und Wellness sind ebenfalls erhältlich.

Für wen eignet sich das Schönbrunner Bad besonders?

Das Schönbrunner Bad ist ideal für alle, die im Sommer gerne etwas ruhiger, gepflegter und sportlicher baden gehen. Besonders attraktiv ist es für Schwimmer, die ein 50-Meter-Becken schätzen. Auch Familien, die eine überschaubare Anlage in schöner Umgebung suchen, sind hier gut aufgehoben.

Wer vor allem günstigen Eintritt, Wasserrutschen, Action und klassisches Freibadgewusel sucht, ist in einem städtischen Sommerbad wahrscheinlich besser aufgehoben. Wer aber einen Badetag mit besonderem Ambiente, guter Wasserfläche, Sportmöglichkeit, Liegekomfort und Schlosspark-Flair möchte, findet im Schönbrunner Bad einen der schönsten Badeplätze Wiens.

Tipps für euren Besuch

Am schönsten ist ein Besuch unter der Woche oder gleich am Vormittag. Dann ist die Atmosphäre besonders entspannt, und im Sportbecken lässt es sich meist besser schwimmen. Wer nur nach der Arbeit noch ins Wasser möchte, kann den Abendeintritt ab 17 Uhr nutzen.

Öffentlich ist die Anreise besonders angenehm mit der U4 bis Schönbrunn. Von dort geht es durch den Schlosspark Richtung Obelisk. Wer mit dem Auto kommt, sollte die Kurzparkzone rund um Schönbrunn beachten. Im Umfeld der Hohenbergstraße gibt es nur beschränkte Parkmöglichkeiten.

Fazit: Ein Badetag mit Geschichte

Das Schönbrunner Bad ist kein gewöhnliches Freibad. Es ist ein Ort, an dem Wiener Badegeschichte, sportliches Schwimmen und sommerliche Erholung zusammenkommen. Hier erinnert vieles an die lange Vergangenheit des Schlossparks, gleichzeitig ist die Anlage modern, gepflegt und auf heutige Badebedürfnisse ausgerichtet.

Für alle, die im Sommer einen besonderen Platz zum Schwimmen suchen, ist das Schönbrunner Bad eine schöne Adresse: ein bisschen kaiserlich, ein bisschen sportlich, sehr grün – und mitten in Wien.

Schönbrunner Bad-Saison 2026

Datum: Saison 2026 ab Samstag, 25. April 2026
Ort: Schönbrunnerbad, Schlosspark / oberhalb des Obelisks, 1130 Wien
Öffnungszeiten:
April und Mai: 8:30 – 19:00 Uhr
Juni, Juli bis 15. August: 8:30 – 21:00 Uhr, bei Schlechtwetter bis 20:00 Uhr
16. bis 31. August: 8:30 – 20:00 Uhr
Ab 1. September: 8:30 – 19:00 Uhr
Letzter Einlass: 1 Stunde vor Betriebsende
Badeschluss: 30 Minuten vor Betriebsende
Eintritt: Erwachsene Tageskarte 20 Euro, Nachmittag ab 13:30 Uhr 17 Euro, Abend ab 17 Uhr 12 Euro; Ermäßigungen für Schüler, Jugendliche, Studenten und Kinder verfügbar
Anreise: Mit der U4 bis Station Schönbrunn, weiter zu Fuß durch den Schlosspark Richtung Obelisk. Alternativ mit den Buslinien 8A oder 63A bis Hohenbergstraße / Stranitzkygasse und über das Maria-Theresien-Tor in den Park. Bei Anreise mit dem Auto Kurzparkzone und eingeschränkte Parkmöglichkeiten beachten.
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