100 Jahre Schwedenbombe – das ist ein bisschen wie ein Familienfotoalbum aus Papier und Schokolade: Viele kennen den Geschmack seit der Kindheit, manche verbinden damit ganz bestimmte Momente – und fast alle haben eine klare Meinung, ob’s lieber „mit Kokos“ oder „ohne“ sein soll.
Vom Eiklar-Restl zur Kultidee
Die Geschichte beginnt nicht mit einem großen Marketingplan, sondern mit etwas ganz Alltäglichem: In der Backstube blieb bei der Kuchenproduktion viel Eiklar übrig. Genau diese „Reste“ wurden 1926 zum Ausgangspunkt für eine neue Süßigkeit, entwickelt von Walter Niemetz und Johanna Niemetz.
Der Kern war so simpel wie genial: luftiger Schaum aus Eiweiß und Zucker, auf einen dünnen Waffelboden gesetzt und mit Schokolade überzogen. Für den Feinschliff holte sich Walter Niemetz Rat bei einem schwedischen Freund – und genau dieser Freund lieferte auch den Namen: Als Dank wurde daraus die „Schwedenbombe“.
- Ein paar Eckpunkte, die zeigen, wie schnell aus der Idee eine Marke wurde:
- 1890 legte Edmund Niemetz mit einer Konditorei in Linz den Grundstein.
- Ab 1930 wurde die Süßwarenmanufaktur in Wien aufgebaut, 1934 wurde der Name als Marke eingetragen.
- Nach Unterbrechungen (u. a. im Zweiten Weltkrieg) lief die Produktion wieder an – und Niemetz setzte früh auf Bewegtbildwerbung, die der Marke zusätzlichen Schub gab.
2013: „Rettet die Schwedenbombe“ – als ganz Österreich im Internet mitfieberte
Anfang Februar 2013 wurde bekannt, dass der Hersteller insolvent ist – und plötzlich stand die Schwedenbombe auf der Kippe. Auf Facebook formierte sich in kürzester Zeit eine große Solidaritätswelle rund um die Gruppe „Rettet die Schwedenbombe“. Viele wollten ein Zeichen setzen, kauften Schwedenbomben auf Vorrat und sorgten dafür, dass die Süßigkeit innerhalb weniger Tage überall Thema war – bis hin zu leergeräumten Regalen in manchen Supermärkten.
Was nach Spaß aussah, hatte echten Effekt: Im Juni 2013 übernahm Heidi Chocolat AG das Traditionsunternehmen und hielt an der Produktion in Österreich fest; später wurde der Standort nach Wiener Neudorf verlagert.
Jubiläumsjahr, neue Ideen – und Schwedenbomben zum Selbermachen
- Zum 100er wird nicht nur zurückgeblickt: 2026 gibt’s laut Unternehmen u. a. eine Jubiläumsedition im goldenen Design sowie Aktionen, die Erinnerungen sammeln (Stichwort „Wall of Schaum“/„Geschichten erzählen“) – samt Gewinnspiel.
- Pünktlich zum 100 Jahre Jubiläum beschenkt sich Niemetz quasi selber mit der neuen Sonderedition „Schwedenbomben mit feinem Gugelhupfgeschmackt„. Alle Infos findet ihr in unserem Schwedenbomben Gugelhupf Artikel
- Am greifbarsten ist das Jubiläum aber dort, wo es am besten duftet: bei den Workshops. Seit einigen Jahren könnt ihr in Wiener Neudorf eure eigenen Schwedenbomben gestalten – Form wählen, glasieren, dekorieren, verpacken, zwischendurch naschen (ja, das gehört dazu) und am Ende die selbstgemachten Stücke mitnehmen. Dauer: ungefähr 90 Minuten, empfohlen ab 6 Jahren; preislich startet es laut Anbieter ab 25 Euro (je nach Termin/Format).
Wir haben einen solchen Workshop einmal mitgemacht und hatten verdammt viel Spaß.
Tipp: Wer ein Geschenk sucht, das nicht im Regal verstaubt: Workshop-Tickets sind die Art von Geschenken die „wirklich passen“ – für Familien, Freundeskreise oder als Teambuilding-Idee
Schwedenbomben® Shop Wr Neudorf
IZ-NÖ Süd, Straße 2c/2f, Obj. M52, 2355 Wiener Neudorf
Öffnungszeiten:
Mo – Fr 07:30 bis 19:00 Uhr, Sa 09:00 – 17:00 Uhr
